Geschichte, Krankheit und gesellschaftliche Ausgrenzung

Lepramuseum Münster-Kinderhaus

Das Lepramuseum in Münster-Kinderhaus erinnert an die Geschichte der Leprakranken und des früheren Leprosoriums vor den Toren Münsters. Es zeigt, wie kranke Menschen im Mittelalter und in der Neuzeit versorgt, ausgegrenzt und gesellschaftlich behandelt wurden.

Eintritt frei
Sommer So. 15–18 Uhr
Winter So. 15–17 Uhr
Ort Kinderhaus 15

Geschichte des Leprosoriums

Rund vier Kilometer nördlich der damaligen Stadt Münster entstand bereits im Mittelalter eine Einrichtung zur Versorgung von Menschen, die an Lepra erkrankt waren.

Das Leprosorium in Kinderhaus bestand nach den historischen Quellen seit 1333. Es gehörte zu den Einrichtungen außerhalb der Stadt, in denen Menschen mit Lepra untergebracht und versorgt wurden.

Die Geschichte des Ortes steht zugleich für ein grundlegendes Problem der mittelalterlichen Gesellschaft: Erkrankte Menschen wurden aus der Stadtgesellschaft ausgeschlossen, sollten aber innerhalb der eigens eingerichteten Gemeinschaften medizinisch, materiell und geistlich versorgt werden.

Die Leprakranken aus Münster lebten in Kinderhaus bis 1662. Die historische Anlage ist damit ein wichtiger Bestandteil der Stadt- und Medizingeschichte Münsters.

Was zeigt das Lepramuseum?

Lepra im Mittelalter

Die Ausstellung informiert über die Krankheit Lepra, ihre historische Wahrnehmung und den Umgang mit den Erkrankten. Dabei geht es nicht nur um medizinische Aspekte, sondern auch um soziale und religiöse Vorstellungen.

Versorgung und Alltag

Das Museum beschäftigt sich mit der materiellen und geistlichen Versorgung der Menschen im Leprosorium sowie mit dem Alltag innerhalb der historischen Einrichtung.

Ausgrenzung und Gesellschaft

Ein zentrales Thema ist die gesellschaftliche Ausgrenzung kranker Menschen. Das Museum stellt dabei auch die Verbindung zwischen historischen Erfahrungen und heutigen Fragen des Umgangs mit Krankheit und Ausgrenzung her.

Historischer Ort

Das Museum befindet sich in einer denkmalgeschützten historischen Anlage in Kinderhaus. Gebäude und Umgebung sind selbst Teil der Geschichte des ehemaligen Leprosoriums.

Aktuelle Ausstellung

Draußen vor dem Tor

Die Sonderausstellung „Draußen vor dem Tor – Wo wohnten die Leprakranken aus Münster 1032–1662?“ beschäftigt sich mit den Vorgängern des Kinderhauser Leprosoriums und der Unterbringung von Leprakranken vor den Toren Münsters.

Die Ausstellung wurde am 25. Januar 2026, dem Weltlepratag, eröffnet. Sie geht der Frage nach, wo die münsterschen Leprakranken bereits vor der Zeit in Kinderhaus untergebracht waren.

Dabei werden historische Hinweise auf die Versorgung und Unterbringung von Leprakranken ab dem 11. Jahrhundert vorgestellt.

Ein Museum über mehr als Medizin

Das Lepramuseum ist kein medizinisches Museum im klassischen Sinne. Es geht vielmehr um die Menschen, die mit einer damals gefürchteten Krankheit leben mussten.

Lepra war über Jahrhunderte nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine soziale Herausforderung. Erkrankte Menschen wurden aus der städtischen Gemeinschaft ausgeschlossen und zugleich innerhalb der Leprosorien versorgt.

Damit bietet das Museum auch einen historischen Zugang zu Fragen, die bis heute relevant sind: Wie gehen Gesellschaften mit Krankheit um? Wie entstehen Ausgrenzung und Vorurteile? Und wie verändert sich der Umgang mit Menschen, die von einer Krankheit betroffen sind?

Öffnungszeiten und Eintritt

1. April bis 31. Oktober
Sonntags 15:00–18:00 Uhr
1. November bis 31. März
Sonntags 15:00–17:00 Uhr
Eintritt
Der Eintritt ist kostenlos.
Weitere Öffnungszeiten
Führungen und zusätzliche Öffnungszeiten sind nach Vereinbarung möglich.

Barrierefreiheit

Zugang nur eingeschränkt barrierefrei

Das Lepramuseum befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude. Der Zugang erfolgt über vier Stufen.

Auch innerhalb des Museums führen jeweils zwei Stufen vom ersten in den zweiten und vom zweiten in den dritten Ausstellungsraum.

Bei Rollstuhlnutzung ist der Besuch deshalb nur mit Unterstützung von Hilfspersonen möglich. Nach Angaben des Museums ist dies außerdem nicht mit einem Elektrorollstuhl möglich.

Wer auf einen barrierearmen Zugang angewiesen ist, sollte sich deshalb vor dem Besuch beim Museum erkundigen.

Anreise

Mit dem Bus

Das Museum ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Haltestelle Kristiansandstraße liegt etwa fünf Gehminuten vom Museum entfernt.

  • Linie 15: aus Richtung Münster-Innenstadt
  • Linie 19: aus Richtung Coerde

Adresse

Lepramuseum
Kinderhaus 15
48159 Münster

Das Museum liegt im historischen Bereich von Kinderhaus und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Heimatmuseum Kinderhaus.

Kontakt

Ansprechpartner
Dr. Ralf Klötzer, Vorsitzender
Telefon
0251 52 52 95
Führungen
Petra Jahnke · 0251 23 46 89
Offizielle Website
www.lepramuseum.de

Passende Informationen

Stand der Informationen: September 2026. Öffnungszeiten, Ausstellungen und Veranstaltungstermine können sich ändern. Für Sonderführungen oder einen Besuch außerhalb der regulären Öffnungszeiten bitte vorher beim Lepramuseum nachfragen.