Hörster Friedhof
Historischer Friedhof, Gartendenkmal und ruhige Grünanlage: Der ehemalige Hörster Friedhof erinnert mit alten Bäumen, Grabsteinen und Heckenstrukturen an ein wichtiges Kapitel der Münsteraner Stadtgeschichte.
Ein historischer Ort mitten in Münster
Der ehemalige Hörster Friedhof liegt östlich der Münsteraner Altstadt im Dreieck zwischen Piusallee, Bohlweg und Karlstraße. Die kleine Grünanlage wird heute zur Erholung genutzt und wirkt auf den ersten Blick wie ein ruhiger Stadtpark.
Bei genauerem Hinsehen erzählen jedoch die erhaltenen Grabsteine, das historische Friedhofskreuz, alte Heckenstrukturen und der gewachsene Baumbestand von seiner früheren Funktion.
Der LWL würdigte den ehemaligen Friedhof als Gartendenkmal. Gerade die Verbindung aus Stadtgeschichte, alter Vegetation und heutiger öffentlicher Grünanlage macht den Ort besonders.
Geschichte des Hörster Friedhofs
Anlage im Jahr 1808
Der Hörster Friedhof wurde 1808 außerhalb der damaligen Stadtbefestigung angelegt.
Er sollte mehreren Münsteraner Kirchengemeinden als gemeinsame Begräbnisstätte dienen, nachdem die innerstädtischen Friedhöfe zunehmend an ihre räumlichen und hygienischen Grenzen gelangten.
Begräbnisstätte
Der Friedhof wurde von den Gemeinden St. Lamberti, St. Martini und Liebfrauen-Überwasser genutzt.
Hier fanden auch zahlreiche bekannte Bürger Münsters ihre letzte Ruhestätte.
Ende der Friedhofsnutzung
Mit dem Anwachsen der Stadt wurde auch der Hörster Friedhof zunehmend von Bebauung umgeben. In den 1880er Jahren endete seine Nutzung als reguläre Begräbnisstätte.
Mit dem neuen Zentralfriedhof, der 1887 eröffnet wurde, entstand eine neue zentrale Begräbnisstätte für Münster.
Umgestaltung zur Grünanlage
Nachdem das Gelände zunehmend verwilderte, gestaltete die Stadt Münster den ehemaligen Friedhof 1926 zur Grünfläche um.
Die historischen Spuren wurden dabei nicht vollständig beseitigt. Einige Grabsteine, das Friedhofskreuz und Teile der alten Vegetationsstruktur blieben erhalten.
Gartendenkmal & alter Baumbestand
Der besondere Wert des Hörster Friedhofs liegt nicht nur in den erhaltenen Grabmalen. Auch die Gestaltung der heutigen Grünanlage erzählt von ihrer Geschichte.
Alter Baumbestand
Große, alte Bäume prägen das Gelände und geben dem ehemaligen Friedhof seinen parkartigen Charakter. Gerade dieser gewachsene Bestand macht den Ort zu einer ruhigen grünen Insel im Stadtgebiet.
Historische Wege
Bei der Umgestaltung zur Grünanlage wurden die ursprünglichen geraden Haupt- und Querwege durch geschwungene Wege ersetzt.
Heckenstrukturen
Reste älterer Hecken erinnern noch an die frühere Einteilung der Friedhofsflächen und gehören zum historischen Charakter des Gartendenkmals.
Geschütztes Ensemble
Die Anlage wurde wegen ihrer Bedeutung als Gartendenkmal unter Schutz gestellt und blieb dadurch als Zeugnis der Stadt- und Friedhofsgeschichte erhalten.
Historische Grabstätten
Einige Grabmale erinnern noch heute an bekannte Persönlichkeiten aus der Geschichte Münsters. Besonders interessant ist der Ort auch für alle, die sich mit der Literatur- und Geistesgeschichte der Stadt beschäftigen.
Johann Hermann Hüffer
Der Verleger Johann Hermann Hüffer gehört zu den bekannten auf dem Hörster Friedhof bestatteten Persönlichkeiten. Sein Grabstein ist noch erhalten.
Hüffer war der erste Verleger von Werken Annette von Droste-Hülshoffs.
Christoph Bernhard Schlüter
Der Philologe und Pädagoge Christoph Bernhard Schlüter war ein wichtiger Mentor Annette von Droste-Hülshoffs.
Seine erhaltene Grabstätte befindet sich im nördlichen Bereich der Anlage.
Clemens Maria von Bönninghausen
An Clemens Maria von Bönninghausen erinnert auf dem ehemaligen Friedhof ein Gedenkstein. Der Arzt und Homöopath war eine bedeutende Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts.
Weitere Persönlichkeiten
Auch der Bürgermeister Caspar Offenberg, Oberlandesgerichtspräsident Scheffer-Boichorst und weitere bekannte Münsteraner wurden hier beigesetzt.
Kunst & besondere Elemente
Neben den historischen Grabmalen besitzt der ehemalige Friedhof auch eine Besonderheit der zeitgenössischen Kunst.
Skulptur von Giuseppe Penone
Auf dem Gelände befindet sich eine bronzene Arbeit des italienischen Künstlers Giuseppe Penone, die täuschend echt wie ein am Boden liegender Ast wirkt.
Tatsächlich handelt es sich um einen Brunnen.
Friedhofskreuz
Das erhaltene Friedhofskreuz gehört zu den sichtbaren Zeugnissen der ursprünglichen Nutzung des Geländes.
Zusammen mit den Grabsteinen macht es die Geschichte des Ortes unmittelbar erfahrbar.
Besuch & Erholung
Heute ist der ehemalige Hörster Friedhof eine öffentlich zugängliche Grünanlage. Er eignet sich besonders für einen ruhigen Spaziergang und als Zwischenstation auf einem Rundgang durch die östliche Innenstadt.
Für die ehemalige Friedhofsanlage sind keine separaten Kassen- oder Eintrittszeiten angegeben. Als öffentliche Grünanlage kann sie frei besucht werden.
Der Besuch ist kostenlos.
Verbindung mit der Promenade
Der Hörster Friedhof lässt sich besonders gut mit einem Spaziergang über die Münsteraner Promenade verbinden. Die Promenade ist über die angrenzenden Straßen und Wege schnell erreichbar.
So entsteht ein schöner Rundgang, der die historische Stadtbefestigung, die Promenade und den ehemaligen Friedhof als unterschiedliche Formen historischer Stadtnatur miteinander verbindet.
Adresse & Anreise
Lage
Hörster Friedhof
Am Hörsterfriedhof
48147 Münster
Die Grünanlage liegt zwischen Piusallee, Bohlweg und Karlstraße.
Zugänge
Die Straße Am Hörsterfriedhof führt an der Ostseite der Anlage entlang. Von der Promenade ist der ehemalige Friedhof ebenfalls gut zu Fuß und mit dem Fahrrad erreichbar.
Aufgrund der innerstädtischen Lage eignet sich die Anreise mit dem Fahrrad oder zu Fuß besonders gut. Die Promenade bietet eine direkte Verbindung zum historischen Stadtzentrum.