Waldgebiet im Münsterland
Davert
Die Davert südlich von Münster ist eine abwechslungsreiche Wald- und Kulturlandschaft mit alten Laubwäldern, Feuchtgebieten, Bächen, Wiesen und einer artenreichen Weidelandschaft am Emmerbach.
Foto: K.B. aus MS / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Überblick
Die Davert liegt südlich von Münster zwischen Amelsbüren, Ottmarsbocholt und Davensberg. Die Landschaft ist heute vor allem durch große Waldflächen, Feuchtwälder, Wiesen und Gewässer geprägt.
Das Naturschutzgebiet Davert (MS-014) im Stadtgebiet Münster umfasst rund 778 Hektar. Die Davert gehört außerdem zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 und besitzt eine besondere Bedeutung für seltene Wald- und Feuchtgebietsarten.
Die heutige Waldlandschaft hat sich aus einer wesentlich stärker vernässten Landschaft entwickelt. Entwässerung, Wege- und Grabenbau sowie Aufforstungen veränderten die ursprüngliche Sumpf- und Heidelandschaft im Laufe der vergangenen Jahrhunderte. Reste dieser alten Landschaft sind bis heute erkennbar.
Wald und Landschaft
Die Davert ist eine der charakteristischen Waldlandschaften des südlichen Münsterlandes. Alte Eichenbestände, Eichen-Hainbuchenwälder, Buchenwälder sowie Bruch- und Feuchtwälder wechseln sich mit offenen Flächen und Gewässern ab.
Teile des Waldes können noch heute über längere Zeit im Jahr vernässt sein. Zahlreiche Gräben, kleine Bäche und feuchte Senken erinnern an die frühere Sumpflandschaft der Davert.
Bis ins 19. Jahrhundert war die Davert wesentlich stärker von Sumpf- und Heidelandschaften geprägt. Mit der Davertteilung wurden Wege und Entwässerungsgräben angelegt und anschließend große Flächen aufgeforstet. Die heutigen Wälder sind wesentlich durch diese Entwicklung geprägt.
Der Emmerbach
Der Emmerbach entspringt in der Davert nördlich von Davensberg und durchfließt die Landschaft auf seinem Weg in Richtung Osten. Trotz früherer Eingriffe besitzt der Bach heute eine hohe Bedeutung für den Naturschutz.
Charakteristisch sind ausgedehnte Uferröhrichte und eine vielfältige Wasservegetation. An den Ufern wachsen unter anderem Gelbe Teichrose, Igelkolben, Pfeilkraut und verschiedene Laichkräuter.
Der Emmerbach ist außerdem ein bedeutender Lebensraum für Libellen. Eine besondere Art ist die Helm-Azurjungfer, die hier einen besonders wichtigen Bestand besitzt.
Heckrinder und Konik-Pferde
In der Emmerbachaue befindet sich eine großflächige Weidelandschaft. Seit 2012 leben dort robuste Konik-Pferde und Heckrinder.
Die Tiere werden ganzjährig extensiv gehalten und übernehmen dabei eine wichtige Aufgabe für die Landschaftspflege. Durch ihre natürliche Weidetätigkeit entstehen unterschiedliche Strukturen, die zahlreichen Pflanzen- und Tierarten zugutekommen.
Damit kehrte auch ein Stück der früheren Geschichte der Davert zurück: Bis etwa 1812 lebten in der damaligen Sumpflandschaft sogenannte Davertwildpferde. Nach der Auflösung des alten Wildbahngestüts verschwand diese ursprüngliche Pferderasse.
Die ganzjährige Beweidung soll die biologische Vielfalt fördern. Unter dem Einfluss der Weidetiere kann sich die Auenlandschaft abwechslungsreich und naturnah entwickeln.
Naturlehrpfad durch die Davert
Ein 4,5 Kilometer langer Naturlehrpfad führt durch die Davert und die Emmerbachaue. Insgesamt informieren 16 Stationen über die Geschichte der Landschaft, Waldlebensräume, Gewässer und die dort vorkommenden Tiere und Pflanzen.
Der Weg bietet besondere Einblicke in die Weidelandschaft mit Konik-Pferden und Heckrindern. Auch die Verbindung zwischen Wald, Gewässern und offenen Auenflächen wird unterwegs deutlich.
Die Davert erkunden
Die Davert lässt sich zu Fuß und mit dem Fahrrad erkunden. Besonders interessant ist die Verbindung mit den Erlebnispfaden rund um Haus Heidhorn und der angrenzenden Hohen Ward.
Der NABU bietet rund um Haus Heidhorn mehrere unterschiedlich lange Wege an. Dazu gehören unter anderem das „Tor zur Davert“, der Obstlehrpfad, das Arboretum, der Wald-Klima-Lehrpfad und die barrierefreie WEGBAR.
Bitte im Naturschutzgebiet auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, Tiere nicht stören und keinen Müll zurücklassen. Die Weidetiere sollten nicht gefüttert oder bedrängt werden.
Haus Heidhorn
Haus Heidhorn an der Westfalenstraße 490 in Münster-Hiltrup ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Naturerlebnisse im Süden Münsters. Von hier beginnen mehrere Erlebnispfade in die umliegende Landschaft.
Auf dem Außengelände gibt es unter anderem naturnahe Gärten, Streuobstwiesen, Teiche und weitere Bereiche, die Natur unmittelbar erlebbar machen.
Passende Informationen
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Quellen und Bildnachweis
Naturschutzgebiet Davert: Naturschutzinformationen NRW – NSG Davert (MS-014)
NABU-Münsterland: Erlebnispfade rund um Haus Heidhorn
NABU-Münsterland: Rad- und Wanderplan Davert / Emmerbachaue
Bild: „Hemmerbach im NSG Davert Münster, 01.11.2019.jpg“ – K.B. aus MS / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.